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Halogenfreie Flammschutzmittelformulierung für TPU-Beschichtungssysteme unter Verwendung von DMF als Lösungsmittel

Halogenfreie Flammschutzmittelformulierung für TPU-Beschichtungssysteme unter Verwendung von DMF als Lösungsmittel

Bei TPU-Beschichtungssystemen mit Dimethylformamid (DMF) als Lösungsmittel ist eine systematische Bewertung des Einsatzes von Aluminiumhypophosphit (AHP) und Zinkborat (ZB) als Flammschutzmittel erforderlich. Nachfolgend finden Sie eine detaillierte Analyse und einen Umsetzungsplan:

I. Machbarkeitsanalyse von Aluminiumhypophosphit (AHP)

1. Flammschutzmechanismus und Vorteile

  • Mechanismus:
  • Zersetzt sich bei hohen Temperaturen unter Bildung von Phosphorsäure und Metaphosphorsäure, was die Bildung von Kohlenstoff in TPU fördert (Flammschutzmittel in der kondensierten Phase).
  • Setzt PO·-Radikale frei, um Verbrennungskettenreaktionen zu unterbrechen (Flammschutzwirkung in der Gasphase).
  • Vorteile:
  • Halogenfrei, raucharm, geringe Toxizität, konform mit RoHS/REACH.
  • Gute thermische Stabilität (Zersetzungstemperatur ≈300°C), geeignet für TPU-Trocknungsprozesse (typischerweise <150°C).

2. Herausforderungen und Lösungen für die Anwendung

Herausforderung

Lösung

Schlechte Dispersion in DMF

Oberflächenmodifiziertes AHP verwenden (z. B. mit dem Silan-Haftvermittler KH-550). Vordispersion: AHP mit DMF und Dispergiermittel (z. B. BYK-110) in einer Kugelmühle auf eine Partikelgröße < 5 μm vermahlen.

Hoher Belastungsbedarf (20-30 %)

Synergistische Kombination mit ZB oder Melamincyanurat (MCA) zur Reduzierung der Gesamtbeladung auf 15-20%.

Verringerte Beschichtungstransparenz

Verwenden Sie nanoskaliges AHP (Partikelgröße <1μm) oder mischen Sie es mit transparenten Flammschutzmitteln (z. B. organischen Phosphaten).

3. Empfohlene Rezeptur und Vorgehensweise

  • Beispielformulierung:
  • TPU/DMF-Basis: 100 phr
  • Oberflächenmodifiziertes AHP: 20 phr
  • Zinkborat (ZB): 5 phr (synergetische Rauchunterdrückung)
  • Dispergiermittel (BYK-110): 1,5 phr
  • Wichtige Prozesspunkte:
  • AHP mit Dispergiermittel und teilweise DMF unter hoher Scherung (≥3000 U/min, 30 min) vormischen, dann mit TPU-Suspension vermengen.
  • Trocknung nach dem Beschichten: 120-150°C, die Trocknungszeit um 10% verlängern, um eine vollständige Verdunstung des DMF zu gewährleisten.

II. Machbarkeitsanalyse von Zinkborat (ZB)

1. Flammschutzmechanismus und Vorteile

  • Mechanismus:
  • Bildet bei hohen Temperaturen eine B₂O₃-Glasschicht, die Sauerstoff und Wärme blockiert (Flammschutzwirkung in der kondensierten Phase).
  • Setzt gebundenes Wasser (~13%) frei, verdünnt brennbare Gase und kühlt das System.
  • Vorteile:
  • Starker Synergieeffekt mit AHP oder Aluminiumtrihydroxid (ATH).
  • Hervorragende Rauchunterdrückung, ideal für Anwendungen mit geringer Rauchentwicklung.

2. Herausforderungen und Lösungen für die Anwendung

Herausforderung

Lösung

Schlechte Dispersionsstabilität

Verwenden Sie nanoskaliges ZB (<500nm) und Netzmittel (z.B. TegoDispers 750W).

Geringe Flammschutzwirkung (hohe Beladung erforderlich)

Als Synergist (5-10%) mit primären Flammschutzmitteln (z. B. AHP oder organischem Phosphor) verwenden.

Verringerte Flexibilität der Beschichtung

Dies kann durch Weichmacher (z. B. DOP oder Polyesterpolyole) ausgeglichen werden.

3. Empfohlene Rezeptur und Vorgehensweise

  • Beispielformulierung:
  • TPU/DMF-Basis: 100 phr
  • Nanogroßes ZB: 8 phr
  • AHP: 15 Phr
  • Netzmittel (Tego 750W): 1 ThK
  • Wichtige Prozesspunkte:
  • ZB wird vor dem Mischen mit der TPU-Suspension durch Kugelmahlen in DMF vordispergiert (Partikelgröße ≤2μm).
  • Um zu vermeiden, dass Restfeuchtigkeit die Flammschutzwirkung beeinträchtigt, sollte die Trocknungszeit verlängert werden (z. B. 30 min).

III. Synergistische Bewertung des AHP + ZB-Systems

1. Synergistische Flammschutzwirkung

  • Synergieeffekte in der Gas- und kondensierten Phase:
  • AHP liefert Phosphor für die Verkohlung, während ZB die Verkohlungsschicht stabilisiert und das Nachglühen unterdrückt.
  • Kombinierter LOI: 28-30%, UL94 V-0 (1,6 mm) erreichbar.
  • Rauchbekämpfung:
  • ZB reduziert die Rauchemission um mehr als 50 % (Kegelkalorimetertest).

2. Empfehlungen zur Leistungsbalance

  • Kompensation mechanischer Eigenschaften:
  • Um die Flexibilität zu erhalten (Dehnung >300%), sollten 2-3% TPU-Weichmacher (z. B. Polycaprolacton-Polyol) hinzugefügt werden.
  • Um den Verlust der Zugfestigkeit zu minimieren, sollten ultrafeine Pulver (AHP/ZB <2μm) verwendet werden.
  • Prozessstabilitätskontrolle:
  • Für eine gleichmäßige Beschichtung sollte die Viskosität der Suspension bei 2000-4000 cP (Brookfield RV, Spindel 4, 20 U/min) liegen.

IV. Vergleich mit lösungsmittelbasierten flüssigen Flammschutzmitteln

Parameter

AHP + ZB-System

Flüssiger Phosphor-Stickstoff FR (z. B. Levagard 4090N)

Laden

20-30%

15-25%

Dispersionsschwierigkeit

Erfordert Vorbehandlung (hohe Scherung/Oberflächenmodifizierung)

Direkte Auflösung, keine Dispersion erforderlich

Kosten

Niedrig (ca. 3-5 $/kg)

Hoch (ca. 10-15 $/kg)

Umweltauswirkungen

Halogenfrei, geringe Toxizität

Kann Halogene enthalten (produktabhängig)

Transparenz der Beschichtung

Halbtransparent bis undurchsichtig

Hochtransparent


V. Empfohlene Implementierungsschritte

  1. Tests im Labormaßstab:
  • Evaluieren Sie AHP/ZB einzeln und in Kombination (Gradientenbelastung: 10 %, 15 %, 20 %).
  • Beurteilung der Dispersionsstabilität (keine Sedimentation nach 24 Stunden), Viskositätsänderungen und Gleichmäßigkeit der Beschichtung.
  1. Validierung im Pilotmaßstab:
  • Optimieren Sie die Trocknungsbedingungen (Zeit/Temperatur) und prüfen Sie die Flammschutzwirkung (UL94, LOI) und die mechanischen Eigenschaften.
  • Kostenvergleich: Wenn AHP+ZB die Kosten im Vergleich zu flüssigen Flammschutzmitteln um mehr als 30 % senkt, ist es wirtschaftlich rentabel.
  1. Vorbereitung der Skalierung:
  • Zusammenarbeit mit Lieferanten zur Entwicklung vordispergierter AHP/ZB-Masterbatches (DMF-basiert) für eine vereinfachte Produktion.

VI. Schlussfolgerung

Bei kontrollierten Dispersionsverfahren können AHP und ZB als wirksame Flammschutzmittel für TPU/DMF-Beschichtungen dienen, vorausgesetzt:

  1. Oberflächenmodifizierung + Hochscherdispersionwird angewendet, um die Agglomeration von Partikeln zu verhindern.
  2. AHP (primär) + ZB (Synergist)gleicht Effizienz und Kosten aus.
  3. Fürhohe Transparenz/FlexibilitätBei Erfüllung der Anforderungen bleiben flüssige Phosphor-Stickstoff-Flammschutzmittel (z. B. Levagard 4090N) vorzuziehen.

Sichuan Taifeng New Flame Retardant Co., Ltd. (ISO & REACH)

Email: lucy@taifeng-fr.com


Veröffentlichungsdatum: 22. Mai 2025